Review: Babylon

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Review: Babylon

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babylon filmEines der britischen Serienhighlights, die es aufgrund von Sprachbarriere und Kulturhürde nie erfolgreich zu uns geschafft haben, ist die tiefschwarze Politsatire „The Thick Of It“ über die überraschend hohe Kompetenz für alles durchdringenden Dilettantismus in der britischen Politik: Zynismus, allgemeines Versagen, Dummheit und Unfähigkeit hemmen da die Arbeit eines fiktiven Regierungsministeriums. Auch wenn Schöpfer Armando Ianucci seine Erfolgsformel mit der HBO-Politcomedy „Veep“ weit erfolgreicher reproduziert hat, so bleibt „The Thick Of It“ – vor allem während der Nachbeben des Brexit – eine allzu treffende Analyse der Mechanismen von Politik als Ränkespiel von Egomanen verschiedener Couleur. Ähnlich, wenn auch weniger satirisch spitz, dafür mit etwas mehr Action versehen, funktioniert die von Danny Boyle („Slumdog Millionaire“) geschaffene Serie „Babylon“ als Innenansicht der Arbeit der Polizei Londons: Zwischen Bürokratie, Politik und Machtkämpfen droht sich da die amerikanische PR-Spezialistin Liz (toll: Brit Marling) aufzureiben, die vom neuen Polizeichef (James Nesbitt) eingestellt wurde. Der Londoner Polizei soll Liz ein neues Image verpassen und sie ins neue Informationszeitalter führen. Was angesichts interner Intrigen, unfähiger Kollegen und sich andeutender Skandale eine Herkules-Aufgabe wird. Was als Comedy-Serie samt einigen bösen Seitenhieben beginnt, entspinnt sich im Lauf der sieben Episoden der ersten Staffel zum spitzzüngigen und packenden Polizeidrama, das neben hohem Unterhaltungswert mit einer vielschichtigen und treffenden Analyse eines versagenden Systems fesselt.

8/10

Babylon
GB 2014
DVD-VÖ: 26.08.

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